VORSCHAU
PRESSETERMINE

AKTUELLES PRESSEFOTO

IR Nachrichten


WETTER
Graz: bedeckt
24°
Innsbruck: Regen
22°
Linz: Regen
22°
Wien: bedeckt
20°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
LEBEN
Di, 02.04.2024 10:30
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20240402015 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

YKT6-Gene bewirken neurologische Schäden

Vor allem kleine Kinder leiden unter einer Verzögerung der Entwicklung sowie kranken Lebern
Kerala: Kleinkinder könnten laut Studie betroffen sein (Foto: pixbay.com, Nicolas Debray)
Kerala: Kleinkinder könnten laut Studie betroffen sein (Foto: pixbay.com, Nicolas Debray)

Houston (pte015/02.04.2024/10:30) - Seltene Varianten des Gens YKT6 sind die Ursache für eine neu entdeckte neurologische Erkrankung. Sie wird durch Verzögerungen der Entwicklung zusammen mit einer schweren fortschreitenden Lebererkrankung und einem möglichen Risiko von Leberkrebs charakterisiert, zeigt eine Studie des Texas Children's Hospital ( https://www.texaschildrens.org ) und des Boston Children's Hospital ( https://www.childrenshospital.org ) unter der Leitung von Hugo Bellen und Wendy Chung.

Laut Bellen war bekannt, dass das Gen YKT6 wichtige Rollen bei vielen Ereignissen des intrazellulären Vesikeltransports in den Zellen spielt. "Dieses Gen wurde jetzt jedoch erstmals mit einer genetisch vererbbaren Krankheit in Verbindung gebracht." Im Rahmen dieser Studie wurden Proben von Patienten und von Fruchtfliegen ausgewertet. Sie liefern eine solide experimentelle Basis für weitere Studien zur Erforschung dieser Krankheit und der Entwicklung von Behandlungsansätzen.

Gehirn stark in Mitleidenschaft

YKT6-Varianten stören die Entwicklung des Gehirns und fallweise auch die Leberfunktion. Das Team hat mittels des "GeneMatcher" und umfangreicher Untersuchungen im Labor drei miteinander nicht verwandte Personen mit Missense-Varianten bei beiden Kopien des Gens YKT6 gefunden. Bei allen drei Patienten hatte die Krankheit zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat begonnen und zeigte sich mittels einer Gedeihstörung. Zwei der Betroffenen verfügten über die identische Missense-Variante bei der die Aminosäure Tyrosin an der Position 185 in Cystein (Tyr185Cys) verändert wurde.

Das dritte Kind verfügte jedoch über eine Variante, die zur gleichen Veränderung der Aminosäure führte. Sie fand jedoch mit Tyr64Cys an einer anderen Stelle des Proteins YKT6 statt. Zusätzlich zu den Verzögerungen bei der Entwicklung und den neurologischen Defekten, die bei allen drei Kindern festgestellt wurden, verfügten nur die beiden Patienten mit der Tyr185Cys über eine Funktionsstörung der Leber und das mögliche Risiko für Leberkrebs.

Diese beiden Kinder gehören zu den syrischen Saint Thomas Christians aus dem indischen Bundesstaat Kerala. Schätzungen zufolge bekannen sich weltweit rund fünf Mio. Menschen zu dieser christlichen Glaubensrichtung. Die Analyse der genetischen Abstammung zeigt, dass diese Variante wahrscheinlich von einem gemeinsamen Vorfahren aus der Zeit vor der Aufspaltung der Gemeinde stammt.

Bei Autophagie von Bedeutung

Das Team um Bellen hat die Versionen dieses Gens bei der Fruchtfliege untersucht, die über große Ähnlichkeiten mit dem Menschen verfügt. Bei den Insekten wird die Version dieses Proteins im Fettkörper und im Gehirn exprimiert. Das entspricht der Leber und dem zentralen Nervensystem beim Menschen. Fliegenstämme mit "Loss-of-Function-Mutations" bei diesem Gen haben sich als todbringend erwiesen. Zusätzlich konnten weitere Auswirkungen auf die Lebenserwartung nachgewiesen werden.

Bei YKT6 Tyr185Cys dürfte es sich beim Menschen daher um eine gravierendere Variante als Tyr64Cys handeln. YKT6 gehört mit SNARE zu einer Familie von Proteinen, die den Fluss des Proteinverkehrs in verschiedene Bereiche der Zelle steuert. Bei den Zellen von Säugetieren ist YKT6 bei der Autophagie von Bedeutung, die entscheidend für die richtige Funktion und die Gesundheit von Zellen ist. Der Verlust von Ykt6 führt bei Fruchtfliegen zur anomalen Ansammlung von Proteinen, die auf eine Blockierung in diesem Bereich hinwiesen. Details sind in "Genetics in Medicine" veröffentlicht.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
pressetext.redaktion
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
Social Media
ETARGET

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising